6to4 Tunnel

Ein wichtiger Mechanismus speziell für die Übergangsphase von IPv4 zu IPv6 ist die Möglichkeit des "Tunnelings" von IPv6 Paketen durch IPv4 Netzwerke. Dies ist beispielsweise interessant, wenn der eigene Internet-Anbieter noch keine IPv6-Unterstützung bietet. Um dieses zu ermöglichen wurde der Mechanismus 6to4 entwickelt (gelegentlich auch als six-to-four bzw. kurz "STF" bezeichnet).

Das in dem Standard RFC3056 dokumentierte Verfahren legt ein spezielles Vorgehen bei der Umrechnung einer Adresse zu einem IPv6-Tunnelnetz vor. Dabei wird dem Netz zunächst das Präfix für 6to4 Tunnel ("2002") vorangestellt gefolgt von der IPv4 Adresse im Hexadezimalsystem und dem Interface Identifier.

Für die IPv4-Adresse "203.0.113.64" beispielsweise würde sich daher folgendes 6to4-Tunnelnetz ergeben:

    2002 - Präfix

    cb00:7140 - IPv4 Adresse im Hexadezimalsystem 

Das Netz sieht somit wie folgt aus: 2002:cb00:7140::/48.

 

In unseren Tools finden Sie einen Online-Rechner, mit dem Sie Ihre Adresse leicht in eine 6to4-Adresse umrechnen lassen können.


Wenn nun ein Paket das IPv6 Netz verlässt, wird es vom Router in ein IPv4 Paket "verpackt", und getunnelt. Von dort muss es, nachdem es das IPv4 Netz des Providers verlassen hat, wieder entpackt werden. Hierfür stehen 6to4-Relays zur Verfügung. Da nicht jeder Router alle Relays kennt, steht hierfür die Anycastadresse 2002:c058:6301:: beziehungsweise 192.88.99.1 bereit. Da das Relay mit übergeben wird, kann die Rückverbindung über einen anderen laufen.

Mittels des 6to4-Tunnels kann somit der Übergang erleichtert werden, es wird jedoch voraussichtlich entfallen, sobald alle Provider natives IPv6 unterstützen.

© 2009 - 2017 IPv6-Portal.de    |    Impressum Datenschutz